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"Um IT-Fachkräfte zu qualifizieren, müssen Unternehmen neue Wege gehen."

Aktualisiert: 4. Okt. 2022


Die Codingschule ist Teil des gemeinnützigen Unternehmens Tech and Teach gGmbH und wurde ursprünglich als Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche gegründet. Mittlerweile bietet sie aber auch Zertifikatskurse an und qualifiziert IT-Quereinsteigende für den Arbeitsmarkt. Über die Entwicklungen der letzten Jahre und eine außergewöhnliche Kooperation sprachen wir mit den beiden Geschäftsführenden Marc Bertram und Güncem Campagna..


Marc und Güncem, vor sechs Jahren wurde die Codingschule als Bildungsinitiative mit einem ganzheitlichen, stark sozial geprägten Konzeptansatz gegründet. Ist dieser Spirit auch heute noch spür- und erlebbar?

Güncem: Ja, absolut. Die Gründung der Initiative entstand aus dem Gedanken heraus, digitale Kompetenzen zu vermitteln, um somit einen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu leisten. Daran hat sich nichts geändert. Die Welt wird immer digitaler. Mit den von uns vermittelten Inhalten geben wir Menschen die Möglichkeit, diese Welt zu verstehen und gestalten zu können. Mit dem zertifizierten Bildungsangebot qualifizieren wir außerdem Interessierte, die sich neu orientieren möchten für den IT-Fachkräftemarkt.


Güncem Campagna und Marc Bertram
Marc und Güncem

Bekommt ihr Rückmeldungen von den Teilnehmenden?

Marc: Ja, natürlich. Wir fragen sogar proaktiv ab. Das Feedback ist fast durchgängig positiv. Grund für diese hohe Zufriedenheit ist sowohl unser eigener hoher Qualitätsanspruch als auch die intensive Betreuungsquote. Da wir in kleinen Lerngruppen arbeiten, bleibt den Trainer*in genügend Zeit für Fragen und persönliche Betreuung. Wir nehmen Kritik sehr ernst und evaluieren unseren Unterricht regelmäßig, auch dafür erhalten unsere Trainierenden genügend Zeit.

Wer kommt zu Euch? Wer sind die Kursteilnehmenden?

Marc: In unseren Grundlagenkursen wie Python Programmierung oder Webentwicklung finden sich häufig gemischte Gruppen: Studierende, die Programmierskills für das Studium benötigen oder Mitarbeitende, die ihre Qualifikationen für ihren Karriereweg optimieren möchten. Vollkommen anders besetzt ist der berufsbegleitende Kurs Full Stack Webentwicklung, der über fünf Monate geht. Ziel der Teilnehmenden dort ist, sich beruflich auf diesem Gebiet zu spezialisieren. Eine ganz andere Zusammensetzung haben wir in dem AWS Cloud Professional Kurs. Dieser Kurs dauert drei Monate in Vollzeit und schließt mit einem Zertifikat ab. Die Teilnahme ist nur über einen Bildungsgutschein von Jobcenter oder Agentur für Arbeit möglich, d.h. er richtet sich an Arbeitssuchende, die sich weiterbilden und neu qualifizieren möchten. Daneben vergeben wir aber auch Stipendien in Kooperation mit Unternehmenspartnern. So kam zum Beispiel der aktuelle Kurs zustande.


Aktuell habt ihr eine Gruppe mit Teilnehmenden, die aus der Ukraine stammen. Wie kam dieser Kurs zustande?

Güncem: Eine Teamkollegin und ich sind schon seit vielen Jahren in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Wir suchen immer noch Möglichkeiten, geflüchtete Menschen zu unterstützen, daher arbeiten wir auch mit der hiesigen Organisation ‚Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf’ zusammen. Wir spenden zum Beispiel Laptops, geben kostenlose Kurse und vermitteln Praktika.

Als die Menschen aus der Ukraine hier ankamen, war uns klar, dass wir helfen würden. Wir haben mit AWS gesprochen, die diese Idee spontan und begeistert unterstützt hat. So konnten wir Stipendien vergeben und diese Gruppen mit talentierten, engagierten Menschen bilden.


Welche beruflichen Background haben die Teilnehmenden in dem Cloud Professional Kurs?

Güncem: Ganz unterschiedlich: mit dabei sind u.a. Ingenieure, Digital Expert*innen, eine Bankerin oder Projektmanagerinnen. Sie haben sich mit großem Interesse für den Cloud Kurs beworben, das war jetzt keine Notlösung für sie. Das merkt man auch an dem Leistungsniveau des Kurses, die Gruppe ist schneller als das Curriculum vorgibt!